07.11. - Nutzen statt Besitzen

Bisher basieren „grüne“ Geschäftsmodelle auf effizienteren Technologien. Diese alleine reichen aber nicht aus um den Ressourcenverbrauch pro Kopf zu senken. Dafür müssen wir einen Schritt weiter gehen und die Konsumgewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer mit in den Fokus nehmen.

Das gemeinschaftliche Nutzen von Produkten durch neue Vermietungs-, Teil- und Tauschmodelle muss weiter voran getrieben werden. „Nutzen statt besitzen“ ist das Credo einer zukunftsfähigen und gerechten Wirtschaftsform. Damit gemeint sind Konsumformen und Dienstleistungsangebote, die den Nutzen, den Zugang und die Funktion eines Gegenstandes in den Vordergrund stellen und nicht seinen Besitz.

„Nutzen statt besitzen“ gab es schon immer: Bibliotheken, Mietwohnungen, aber auch private Fahrgemeinschaften sind bekannt. Im Internet entstehen neue gemeinschaftliche Nutzungsformen: Nachbarschafts-Tauschringe, Kleidertauschpartys und Carsharing-Angebote sind plötzlich en vogue. Doch wie kann man diese privaten und geschäftlichen Angebote besser bekannt machen? Welche Voraussetzungen sind dafür nötig? Unter welchen Bedingungen führt „Nutzen statt besitzen“ zu ressourcenschonenden Wirtschaften? Und vor allem: Wie finden diese Nutzungsformen den Weg in unseren Alltag und werden Teil unserer Konsumkultur?

Anhand ausgewählter Beispiele – Chemikalien-Leasing, Werkzeugverleih und Kleidertausch - hat das Wuppertal-Institut im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung und des NABU diese Fragen untersucht. Die Ergebnisse werden erstmals präsentiert und diskutiert. Zusätzlich stellen Initiativen und Unternehmen ihre gemeinschaftlichen Nutzungs-, Teil- und Mietformen auf einem Markt der Möglichkeiten vor.

„Nutzen statt besitzen. Auf dem Weg zu einer gemeinschaftlichen Konsumkultur?“ erscheint am 7. November 2012 in der Schriftenreihe „Ökologie“ der Heinrich-Böll-Stiftung. Bestellung und Download unter www.boell.de

Mit:
Holger Rohn, Wuppertal-Institut
Olaf Tschimpke, NABU-Präsident
N.N. Netcycler (Vertreterin eines "Nutzen statt
besitzen"-Geschäftsmodells)
Dr. Hermann Ott, MdB Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität"

Programm:
18.30 Uhr: Markt der Möglichkeiten: Unternehmen, Geschäftsmodelle und Initiativen stellen sich vor
19.00 Uhr: Präsentation der Studie und Podiumsdiskussion