"Nachdenken über… Das rechte Maß"

(…) "Dabei leben wir heute in einem Raum und einer Zeit, in der die Grenze zwischen gern und gierig weit zur Gier hin verschoben worden ist. Nur so ist es möglich, dass ohne einen gellenden Aufschrei derzeit ein Prozent der Weltbevölkerung über 60 Prozent der Weltgütermenge verfügt und ein Fünftel über 83 Prozent. Die übrige Menschheit lebt fast buchstäblich von den Brosamen, die von den Tischen der Reichen - unseren Tischen - fallen. Und nur so ist es möglich, dass seit wenigen Generationen ein Teil der Weltbevölkerung mit uns, den Bevölkerungen der früh industrialisierten Länder an der Spitze, ohne Rücksicht auf andere Völker und Nachkommende massivst Raubbau an der Erde betreibt. Mit dem zutiefst menschlichen Begehr, gern und gut zu leben, ist ein solches Verhalten nicht mehr zu erklären. Hier ist etwas in die Brüche gegangen, um das die Menschen ringen, seit sie zu Kulturwesen wurden: das recht Maß." (…)

Zitatquelle
Meinhard Miegel, 02.01.2015, www.ndr.de