Isländische Regierung prüft Vollgeld-Vorschlag

Schweizerische Volksinitiative hat Hälfte der notwendigen Stimmen
"Die isländische Regierung prüft derzeit einen Plan des Fortschrittspartei-Abgeordneten Frosti Sigurjónsson, der dem Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft vorsitzt. Der Plan sieht vor, dass zukünftig nur noch die Zentralbank entscheidet, wie viel Geld im Umlauf ist. Die isländischen Banken dürften die Geldmenge dann nicht mehr durch Kreditvergaben erhöhen.
Hintergrund der Diskussion ist vor allem die Finanzkrise von 2008, die in Island dazu führte, dass die drei größten Banken des Landes zusammenbrachen und dem Land der Staatsbankrott drohte. Danach verlor die Isländische Krone deutlich an Wert und es gab eine Rezession, während der das Bruttoinlandsprodukt zeitweise um über fünf Prozent zurückging.
Diese Finanzkrise war zwar die bislang größte, aber bei weitem nicht die einzige in der Geschichte Islands: Wie der Bericht ausführt, kam es seit 1875 zu sechs schweren und mehr als 15 kleineren Finanzkrisen, die alle durch eine Blasenbildung in Boomzeiten ausgelöst wurden. Sigurjónssons Ansicht nach können Zentralbanken solche Entwicklungen nicht verhindern, wenn sie faktisch nur einen kleinen Teil der Geldschöpfung kontrollieren – die Münzen und Scheine. Deshalb plädiert der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Spielefirma CCP Games für ein Vollgeldsystem, in dem alle Kredite durch vorhandene Sparguthaben gedeckt sein müssen."

ganzen Artikel lesen
Autor: Peter Mühlbauer vom 08.04.2015